


Im Bereich des Ostflügel ist die vorklösterliche Kapelle zu vermuten, in der schon Graf Friedrich der Streitbare v. Arnsberg 1124 bestattet wurde. Der Kreuzgang zeigt zum Innenhof hin noch ursprüngliche Rundbögen.
Er weist alte Malereien und Rötelzeichnungen (13. Jh.) auf, deren Reste um 1960 wiederentdeckt wurden. Durch Aufstockung des Kreuzganges wurde der Ostflügel um 1700 vergrößert. Im direkten Anschluss an die Kirche befindet sich die Sakristei mit ihrer historischen Ausstattung. Nach Süden schließt sich der Kapitelsaal an, seine Deckenbalken zeigen barocke Stuckverzierungen, an den Wänden sind die Porträts der letzten Äbte zu sehen; eine große gotische Stollentruhe stammt noch aus der Klosterzeit.
Der Kapitelsaal ist durch ein doppelbögiges Säulenportal vom Kreuzgang her zugänglich. Graf Konrad v. Arnsberg-Rietberg ließ 1274 zum Gedenken an seine Eltern die Grafenkapelle anbauen. Mitten im Kapitelsaal stand ein Hochgrab (ca. 1330) aus Grünsandstein mit den Liegefiguren Graf Heinrichs II. von Arnsberg und Gräfin Ermengardis aus Baumberger Sandstein.
Um dieses symbolische Stiftergrab versammelten sich täglich nach der Prim gegen 6 Uhr die Konventualen zum Gebet. Zweimal jährlich feierte man hier das Grafenbegängnis, bei dem im Beisein von Stadtrat und Konvent eine Messe zum Gedächtnis an die Arnsberger Grafen gelesen wurde. Nach Aufhebung des Klosters 1803 versetzte man die Tumba in die Kirche.
Neben dem Kapitelsaal befand sich im Mittelalter wohl das Skriptorium, die Klosterschreibstube, noch 1803 als „Studierstube“ genutzt. Durch Abbruch der Zwischenwand vereinte man beide Räume (ca. 1960), um einen Gemeindesaal mit Bühne zu schaffen.

