Richard von Arnsberg
(Richardus Anglicus, Richard von Wedinghausen, † um 1190)


Richard war Engländer und muss mit den ersten Mönchen nach Wedinghausen gekommen sein. Hier betätigte er sich als fleißiger Klosterschreiber, seine Handschriften waren außergewöhnlich qualitätsvoll. Zudem soll er eine Messerklärung und auch eine Lebensbeschreibung der Hl. Ursula verfasst haben. 20 Jahre nach seinem Tod öffnete man sein Grab und fand den Leichnam zu Staub verfallen, nur seine rechte Schreiberhand war vollständig erhalten. Sie wurde seitdem im Kloster als Reliquie verehrt. Noch heute zeigt man hier eine "Schwarze Hand". Er wird als Seliger verehrt, sein Gedenktag ist der 30. Dezember.


Christian von Wedinghausen

Christian war der zweite Abt des Klosters Wedinghausen (seit 1186†). Während dieser Zeit ist der Klosterstifter Graf Heinrich I. von Arnsberg in hohem Alter als Laienbruder selbst in seine Stiftung eingetreten. Abt Christian wird im ökumenischen Heiligenlexikon aufgeführt und soll an einem 16. August um das Jahr 1200 verstorben sein.


Graf Heinrich I. von Arnsberg

Graf Heinrich stiftete als Sühne für den von ihm verschuldeten Tod seines jüngeren Bruders Friedrich 1170/73 das Prämonstratenserkloster Wedinghausen. Von dem Abt des niederländischen Klosters Marienweerd bei Utrecht, das sein Vater Graf Gottfried I. von Arnsberg-Cujick 1129 mitgestiftet hatte, erbat er 1173 drei Mönche für Wedinghausen. Heinrich wird im ökumenischen Heiligenlexikon genannt, denn er trat im Alter als Laienbruder in Wedinghausen ein und soll am 8. Januar 1200 verstorben sein.


St. Laurentius

Der Archidiakon Laurentius hatte nach dem Märtyrertod des Papstes Sixtus II. († 258) den Kirchenschatz nicht dem römischen Kaiser Valerian ausgeliefert, sondern alles Geld an die Armen verteilt. Deshalb soll er auf einem Grill zu Tode geröstet worden sein. Über seinem Grab ließ Kaiser Konstantin im Jahre 330 die Basilika St. Laurentius errichten, eine der sieben Hauptkirchen Roms.

Laurentius war einer der populärsten Heiligen. In Deutschland verbreitete sich sein Kult nach der Schlacht gegen die Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg am 10. August 955, dem Laurentiustag. König Otto I. führte den Sieg vornehmlich auf die Hilfe des Tagesheiligen zurück.

Bereits die erste Kapelle in Wedinghausen, in der 1124 Graf Friedrich der Streitbare v. Arnsberg bestattet worden war, muss dem Hl. Laurentius geweiht worden sein. Er gehörte zu den bevorzugten Heiligen des Arnsberger Grafenhauses. Als Graf Heinrich I. v. Arnsberg 1170/73 hier ein Prämonstratenserkloster stiftete, wurde Laurentius neben der Gottesmutter Maria, deren Verehrung die ersten Mönche aus ihrem Mutterkloster Marienweerd bei Utrecht mitgebracht hatten, zum Hauptpatron.

Der Heilige wird als Patron der Bibliothekare, Schüler, Studenten und der Köche, Bäcker, Glasbläser, Feuerwehrleute etc. verehrt. Dargestellt wird er als Diakon mit Rost und Märtyrerpalmzweig, auch mit Buch, Kreuz oder Kreuzesstab. Eine Rötelzeichnung im östlichen Kreuzgang (2. H. 13. Jh.) und eine lebensgroße Pfeilerfigur (1700) in der Kirche zeigen ihn mit Rost und Palmzweig. Auch im Wedinghauser Wappen findet sich sein Attribut: auf Rot ein goldener Rost mit schräg darüber gelegten Abtsstab.


Reiner von Arnsberg

Reiner war der erste Propst des Klosters Wedinghausen. Er kam mit zwei Ordensbrüdern 1173 vom niederländischen Prämonstratenserkloster Marienweerd bei Utrecht nach Arnsberg, um hier in Wedinghausen Gottesdienst und Klosterleben zu beginnen. Er wird im ökumenischen Heiligenlexikon aufgeführt und soll am 14. Januar 1184 verstorben sein.



Abbildung oben (Ausschnitt): Wedinghausen in der Stadtansicht von 1669, Essl
Die Klosteranlage ist am detailreichsten auf einer Stadtansicht von 1669 dargestellt. Westlich der Kirche und nördlich zur Stadt hin erstreckt sich der umfriedete Kirchspielsfriedhof mit dem zentral gelegenen Knochenhaus (Ossuarium). An der Südseite der Kirche schließt der Kreuzgang an, dessen sichtbare West-, Süd- und Ostabschnitte als eigenständige Bauteile erkennbar sind. Sie öffnen sich mit Rundbögen zum Innenhof, in dessen Mitte ein überdachter Brunnen zu sehen ist. Hinter dem Ostflügel mit der Grafenkapelle ist ein mehrgiebeliges Gebäude erkennbar, wohl das alte Abtshaus. Rechts dahinter auf der Anhöhe befindet sich das Sommerhäuschen der Mönche. Der Westflügel der Anlage zeigt die Verhältnisse vor seiner Erweiterung ab 1714ff. Im Südflügel ist wahrscheinlich das Dormitorium zu sehen, das in der Mitte des 17. Jahrhunderts als verfallen bezeichnet und 1655/56 wieder aufgerichtet wird. Der Kupferstich dokumentiert auch den westlich vor dem Kloster 1666 errichteten Neubau eines repräsentativen Prälaturgebäudes, das dem Abt zur Wohnung diente. Südlich, außerhalb des engeren Klosterbereiches befinden sich zahlreiche einzeln erkennbare Häuser, Ställe und Scheunen.