


Graf Heinrich I. v. Arnsberg nahm 1164 seinen Bruder Friedrich gefangen, der 1165 in der Haft starb. Sein Tod erregte großes Aufsehen. 1166 belagerten Herzog Heinrich der Löwe v. Sachsen und Bayern, der Kölner Erzbischof Reinald v. Dassel und die Bischöfe
von Münster, Paderborn und Minden die Burg Arnsberg, doch Graf Heinrich entkam. Später unterwarf er sich und stiftete zur Sühne in Wedinghausen ein Kloster. Hier stand schon eine Laurentius-Kirche, in der Graf Friedrich der Streitbare (+ 1123), dessen Frau Adelheid v. Limburg, ihre Tochter Jutta, Witwe des Hl. Gottfrieds v. Cappenberg (+ 1127) sowie ihr zweiter Gemahl Gottfried v. Cuijck (+ ca. 1168) bestattet worden waren.Heinrich wandte sich an das Kloster Marienweerd bei Utrecht, das sein Vater Gottfried v. Cuijck 1129 mitgestiftet hatte. Er bat den Abt, drei Mönche zu senden, um das Klosterleben zu beginnen. 1173 bestätigte der Kölner Erzbischof die Stiftung. Heinrich wählte die Marienweerder Prämonstratenser, um Einfluss auf sein "Hauskloster" zu behalten. Es blieb das einzige, von Cappenberg unabhängige Kloster Westfalens. Die Prämonstratenser waren sehr eigenständig und besaßen wichtige Privilegien. So förderte der Graf ein vom Erzbischof möglichst unabhängiges Kloster als eigenes geistlich-kulturelles Zentrum: es übernahm die Seelsorge in Arnsberg, diente als Grablege der Grafenfamilie, zog fromme Zuwendungen an und wurde begehrte Wirkungs- und Ausbildungsstätte. Unübersehbar ist ein städtebaulicher Aspekt: die Siedlung unter der Burg dehnte sich im 12. Jh. nach Süden aus. Der ummauerte Klosterbezirk sollte in sie einbezogen werden und zur Sicherung der werdenden Stadt dienen, was 1238 auch geschah.
Heinrich, der "Brudermörder", trat im Alter als Laienbruder selbst in sein Kloster ein; hier ist er am 8. Januar 1200 gestorben.
Abbildung oben (Ausschnitt): Graf Heinrich I. v. Arnsberg stiftet Kloster Wedinghausen, 1669, Henning Strothmann, Arnsberg; Öl auf Leinwand, H. 180 cm, B. 115 cm
